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Waiting for the great leap forwards.

MediathekView – digitaler Trost für Gebührenopfer

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Bereits seit Januar 2013 erhebt die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten eine saftige Pauschale von 17,98 Euro monatlich für jeden Medienhaushalt – unabhängig davon, welche Geräte genutzt werden. Zur Erinnerung: Bis Ende 2012 mussten Menschen mit Radio oder Rechner, aber ohne Fernseher lediglich 5,76 Euro zahlen. Der Öffi-Obulus hat sich also von heute auf morgen mal eben verdreifacht. Unabhängig davon ist das Konzept einer Zwangsabgabe für evtl. selten bis gar nicht genutzte Angebote grundsätzlich diskutabel.

Man kann nun schimpfen, fluchen, und gegen die Regelung agitieren – zahlen muss man. Jedenfalls bis zum ultimativen Gerichtsentscheid, der das Gegenteil sagt. Die 17,98 Euro werden sogar dann fällig, wenn man sich mehrere Monate im Ausland aufhält – kein Witz.

Um aus der Gebührenzitrone wenigstens Gebührenlimonade zu machen, habe ich mich Anfang des Jahres endlich nach einer Möglichkeit umgeschaut, das ohnehin bezahlte Programm wenigstens halbwegs effektiv zu nutzen. Und weil ich in den letzten Tagen viel Zeit in Zügen und Jumbo-Jets totschlagen musste, ist aus dem Ergebnis der Recherche nun sogar ein Blogbeitrag geworden.

Natürlich führt der einzige Weg zum value for money über die Mediatheken der Öffis. Denn wer will schon zu festgeschriebenen Zeiten vor Glotze und Bildschirm hängen? Vor allem dann, wenn die wirklich interessanten Sendungen zur Geisterstunde laufen?

Das Absurfen der einzelnen Angebote von ARD, ZDF & Co. ist nun offensichtlich eine schlechte Option, an die gewünschten Medieninhalte zu gelangen, es sei denn, man mag’s gern zeitaufwendig und übersichtlich. Bessere Such-, Filter- und Auswahlmöglichkeiten bietet da schon das Portal fernsehsuche.de, wo übrigens auch diverse Privatsender mit ihren Sendungen gelistet sind. Richtig glücklich wird man jedoch auch mit dieser Seite nicht, denn: Die Sendungen können auch hier nur gestreamt werden (was eine flotte, stabile Internetverbindung voraussetzt) – und wenn sie weg sind (also aus dem Medienkatalog gestrichen), dann sind sie eben weg.

MediathekView

Die Fernsehkultur-, Grimme-Preis- und Marl-Doku „Es werde Stadt“ von Dominik Graf und Marin Farkas war ein guter Anlass, als gebeutelter Gebührenzahler mal wieder MediathekView anzuschmeißen.

Auftritt: MediathekView. Diese feine Free Software mit GPLv3 dockt nach dem Download (sowie der recht komfortablen Installation einer Java-Laufzeitumgebung und verschiedener Skripte und Video-Pakete) umgehend bei den zahlreichen Öffi-Mediatheken im deutschsprachigen Raum an. Und die können fortan nicht nur nach Herzenslust durchstöbert, sondern auch „leergesaugt“ werden: Neben der Streamingmöglichkeit bietet das Programm nämlich die Option, die angebotenen Sendungen, Filme etc. in unterschiedlichen Qualitätsstufen als Video-Datei auf dem eigenen Rechner bzw. in der Cloud abzulegen. So kann man verpasste Krimis und Dokus (oder Volksmusikhitparaden) auch mehrere Wochen nach der Ausstrahlung noch gucken – wenn sie aus dem offiziellen Angebot längst verschwunden sind. Ein echter digitaler Videorekorder also. Und ein echter Trost für Gebührenopfer. Besonders praktisch: Einzelne Themenbereiche und Sender können auch abonniert werden, das Programm unterstützt zudem Reguläre Ausdrücke. Eine ausführliche Anleitung liefert die MediathekView Wiki.

Also dann: Ran an den Öffi-Speck, denn blechen müssen wir dafür so oder so. Und Fernsehgucken ist voll 80er.

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