lxplm.

Waiting for the great leap forwards.

Give me the streets of Manhattan

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Und da ist sie auch schon um, die erste Woche in New York. Uff. Toll war’s, aber anstrengend, da Frau K. und ich recht intensiv arbeiten sowie 42 verschiedene Erledigungen erledigen mussten. Immerhin gab’s zwischendurch Besuche in Bars, Restaurants, Kinos, Billiardhallen und Tischtennisclubs.

Fangen wir bei der Arbeit an. Hier darf ich zum einen gar nicht viel erzählen, da ich aus gutem Grund einen Geheimhaltungsvertrag unterschreiben musste. Einige Menschen wollen Access Now ans digitale Leder. Zum anderen bin ich noch gar nicht richtig „angekommen“ und weit davon entfernt, kompetente Dinge sagen zu können.
Ich verbringe meine Zeit hauptsächlich damit, Hintergrundmaterial zu lesen, Recherchen zu betreiben – und hier und da kleine Anregungen und Tipps zu geben. Meine erste größere Aufgabe: die Durchdringung des garstigen und sehr dummen Konzepts der “forced data localization”. Ihr könnt bei Interesse ja mal die Suchmaschine anschmeißen. Nebenbei: Die Kollegen sind witzig, nett & schlau.

79 St Station (Fairphone-Pic)

79 St Station – hier hüpfe ich täglich in die Metro

Den Teil mit den Erledigungen überspringe ich weitgehend. Nur soviel: Es gibt natürlich alles und noch viel mehr 24/7 – aber nicht immer dort, wo man es vermutet. Akzeptable Lebensmittel sind arschteuer. $14 für eine große Flasche Olivenöl, $8 für ein großes Brot, 3$ für ein paar Beutel mit grünem Tee (Zigaretten kosten ca. $12 pro Packung). Andererseits kriegt man ordentliche Sportschuhe für unter 50$, und der blitzschnelle Wäschedienst inkl. Trocknen & Falten für eine Ladung Textilien (zwei Personen) ist mit $7 auch verhältnismäßig günstig.

Bleiben wir beim Thema Penunzen (um es abzuhaken), kommen ansonsten aber zum Ausgehprogramm. Wer in den einschlägigen Vierteln von NYC was erleben will, wird schnell arm. Zwar sind die zahlreichen Parks inkl. vieler ihrer Einrichtungen kostenlos und diverse Museen erheben an bestimmten Tagen auch keinen Eintrittspreis, sonstige Aktivitäten hauen aber dolle Löcher ins Budget. Bier oder einfacher Drink in einer Bar: mindestens $6. Normales Gericht in einem normalen Restaurant: locker $10. Kinokarte: gerne $15 und mehr. Billiardspielen in Downtown Manhattan: ca. $20 pro Stunde. Natürlich gibt es Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Meine Mitgliedschaft in Wang Cheng’s Table Tennis Club etwa kostet schlappe $20 im Monat, unlimited play.

83 St

Blick aus dem Fenster auf die 83 St Richtung Columbus Av (Nikon-Pic)

An dieser Stelle bietet es sich an, kurz von den Begegnungen der Woche zu berichten. Am schönsten fand ich das Herren-Doppel bei Frau Wang. Funky Afro American (currently residing in Beijing) & Babylonier aus Bagdad (sehr sportlich) vs. Jewish American Geek (mit cooler Brille) & Aachener Printe (currently residing in NYC). Very nice. Ebenfalls erwähnenswert ist ein junger Schelm aus Tel Aviv, der im Haushaltswarenladen in der Nachbarschaft arbeitet und uns ebendort kurz belauscht hat, um anschließend die Musikanlage an der Kasse via Youtube mit Nicole (“Ein bisschen Frieden”) und Modern Talking (Titel vergessen) zu füttern. Zum Abschied bekannte er sich zu Till Eulenspiegel und empfahl uns einen Strandurlaub in seiner Heimatstadt. Großartig! Servicemäßig ganz weit vorne: die Pressedame vom Tribeca Film Festival, die sich zur Stunde darum bemüht, mir ein Ticket für die längst ausverkaufte und von der Presse belagerte Doku The Rise and Rise of Bitcoin zu besorgen.

Mit ein bisschen Glück kann ich davon nächste Woche berichten.

P.S.: Abschließende Fragen: Warum (zur Hölle) hat die Stadt New York erst diesen Monat die (extented) paid sick leave eingeführt? Warum hat der Billigblumenladen nebenan rund um die Uhr geöffnet, auch wenn er zwischen Mitternacht und 7:30 Uhr eigentlich nix vertickt? Warum fragt mich der Deli an der Ecke stets nach meinem Ausweis, wenn ich eine Dose Bier kaufen will? Und warum steht die Wohungstür der Nachbarn im zweiten Stock eigentlich immer offen?

2 Kommentare

  1. Till? Cooler Name!

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