lxplm.

Waiting for the great leap forwards.

Was so in Abwesenheit passiert ist: eine spontan gebastelte Liste von A-Z.

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Hallo Welt!

Sieht man von einem kurzen Zwischenstopp-Heimatbesuch im Sommer ab, war ich tatsächlich ein gutes halbes Jahr weg aus Köln/NRW/Deutschland/Europa – so lange wie nie zuvor. In dieser Zeit (von Anfang April bis Ende September) richtete sich der größte Teil meiner Aufmerksamkeit zunächst auf New York und einen spannenden Job, später dann auf Australien und eine spannende Reise. Natürlich habe ich das Geschehen “zuhause” am Rande mitverfolgt – aber was so alles passiert ist, was sich im Großen und Kleinen auf den unterschiedlichsten Ebenen verändert hat – das fällt mir erst richtig auf, seitdem ich wieder in meiner Wohnung an meinem Schreibtisch sitze. Der Versuch einer Dokumentation quer durch den Gemüsegarten:

A wie AfD. Diese gruselige, von erschreckend vielen unaufgeklärten Menschen gewählte Protest- bzw. Möchtegernvolkspartei hat es nicht nur ins Europaparlament geschafft (mit neoliberal-elitärer Botschaft gegen den Euro), sondern bevölkert nun auch 1, 23 Landesparlamente (hier wurde im Wahlkampf tendenziell auf anti-modernen, anti-semitischen, xenophoben, sexistischen Rechtspopulismus gesetzt). Pfui! Kleiner Trost: Immerhin musste die NPD ordentlich Mandate einbüßen. Und der glorreiche Martin Sonneborn darf jetzt in Brüssel/Straßbourg mitmischen.

B wie Blogzugriffszahlen. Die sind auf lxplm.net tatsächlich besser geworden. Hängt wohl mit dem Übersee-Bonus der letzten Monate zusammen. Vielen Dank, liebe Leserinnen und Leser – jetzt aber bitte nicht abhauen!

C wie Club-Mate. Die Granatapfel-Variante meines (im Ausland schwer vermissten) Lieblingsgetränks gibt’s jetzt auch in Kölle zu kaufen.

D wie Der Tag wird kommen. Für mich deutet der große Erfolg dieses wunderbaren Song-Kurzfilms von Marcus Wiebusch (seit Anfang September u.a. bei Youtube zu sehen) auf Folgendes hin: Im gleichen Maße, wie die Akzeptanz von Crowdfunding hierzulande zunimmt, könnte die von Homophobie abnehmen. Toll wäre das.

F wie Facebook (E wie Ello lasse ich aus). Die Plattform geht mir einerseits wegen der Masse an Blubber-Pages (und des anhaltenden Datenausverkaufs) auf den Zeiger, andererseits freut es mich, dass hin und wieder auch ein Qualitätsauftritt einen Achtungserfolg feiern kann – in diesem Fall die Dependance des Politikblogs Nachdenkseiten. Im Sommer wurden die 50.000 Likes überschritten. Seid ihr auch schon Fan?

G wie Guenter Oettinger. Die olle Schwabeninkunabel wird tatsächlich EU-Digitalkommissar. Himmel hilf!

I wie ICANN. Die oberste Internetnamensbehörde hat den hiesigen Firmen und Karnevalsvereinen ihre eigene Seitenendung genehmigt: .koeln. Wer’s braucht. Spannender finde ich da schon das (ebenfalls im Sommer gelaunchte) gemeinnützige .hiv-Projekt.

K wie Klaus Wowereit. Der ewige Regierungschef meiner alten Wahlheimat Berlin ist im August zurückgetreten. Wurde auch Zeit! Aber hoffentlich kommt jetzt nix Schlimmeres…

M wie Mall of Berlin. Wowi ist weg, dafür hat die Hauptstadt einen schrecklicken Konsumtempel mehr. Tear down this mall!

N wie Netflix. Der trotz aller Programmlücken wohl beste (legale) Streaming-Dienst ist vor kurzem auch in Deutschland gestartet. Um meinen Proxizugriff und das US-Konto werde ich dennoch nicht drumrum kommen: die DE-Version bietet (wohl aus Lizenzgründen) noch weniger Programm, u.a. fehlen Pflichtserien wie Twin Peaks oder Battlestar Galactica. Wtf?

O wie Ohlauer Straße. Ein Flüchtlingsdrama mitten in Kreuzberg (um die Ecke von meiner alten Wohnung) hat im Sommer eine neue Diskussion zum Thema beschnittenes Asylrecht und polizeiliche Willkür in Gang gebracht. Hoffentlich kommt langfristig was dabei rum.

P wie Ping Pong. Im heimischen Verein (BSG Stadt Köln) ist mir einer meiner Doppelpartner abhanden gekommen (der spielt jetzt nur noch Fußball, päh!), dafür bin ich in meiner Mannschaft nun #1 im oberen Paarkreuz und darf sogar bei höher eingestuften Teams aushelfen. Juhu! Gefühlte 99 Klassen über all dem ist Portugal übrigens neuer Europameister bei den Herren und Deutschland weiterhin Champ bei den Damen.

R wie Rolltreppen in den U-Bahnhöfen der Kölner Stadtbahn. Die scheinen (jedenfalls auf den der Strecke Innenstadt-Nippes und Innenstadt-Deutz) nun alle zu funktionieren. Unfassbar! Haben die Küngelbrüder etwa das Techniker-ABM-Paket aufgekündigt? Und wenn ja: warum?

S wie Studentenstatus meiner Partnerin. Bereits im Juni kam die gute Nachricht, dass sie zugelassen ist, nun pendelt Frau K. regelmäßig nach Bonn, um an der dortigen Uni ein recht exklusives Master-Programm zu absolvieren. Mir stellt sich die Frage: Auch noch einen Abschluss machen, um intellektuell weniger zu versauern? Oder lieber regulär arbeiten zwecks Aufstockung der Haushaltskasse? E-Commerce-Aktivitäten und Verabredungen im Clusterhaus deuten auf die zweite Option hin.

T wie TTIP: Das schlimmste Freihandelsprojekt seit NAFTA (bzw. seit Konsolidierung des globalen Sozialismus für Reiche) stößt auch in Deutschland endlich auf massiven Widerstand, Kampagnen diverser NGOs sei Dank. Blöd nur, dass die EBI-Aktion aus formalen Gründen vorerst gescheitert ist. Nun denn, es gibt ja noch andere Protestmöglichkeiten.

U wie Unwetter. Da ist der Wettergott mal nicht im Land, und prompt geht (Anfang Juni) in NRW die Welt unter. Schlimmstes habe ich gehört aus Düsseldorf, Spuren sind aber kaum noch zu sehen. Zukünftig wieder schön eure Schüsselchen mit Sojabrei leerlöffeln, ja?

V wie Voreingenommenheit, bei der Berichtserstattung zum Ukrainekonflikt. Die öffentlich-rechtlichen Sender sollen ausgewogen-kritischen Journalismus abliefern,
folgen mitunter aber gerne einer versteckten Agenda für Kalte Krieger bzw. NATO-Schosshunde. Das stellte in den letzten Monaten nicht nur eine wachsende Zahl kritischer Fernsehzuschauer in Deutschland fest, sondern auch der ARD-Programmbeirat.

W wie Wasserrohrbruch. Verlassen hatten wir eine an sich tadellose Wohnung, zurückgekehrt sind wir in eine Bude mit ramponierten Fugen/Tapeten und abmontierten/weggerückten Möbeln in insgesamt drei Zimmern. Argh! Die gröbsten Schäden waren aber von unseren netten, gewissenhaften Zwischenmieter zum Glück schon beseitig worden (merci!) – und seit ein paar Tagen ist dank eines flinken Malermeisters alles wieder in Schuss.

Z wie Zehn-Euro-Schein. Das scheint kein Spielgeld zu sein, sondern ein neues allgemeines Äquivalent in Papierform. 12,5 amerikanische bzw. 14,4 australische $ kriegt man dafür. Aber ich bleibe nun vorerst dem hiesigen Wirtschaftsraum treu.

So. Ich bin durch. Und habe nicht nur diverse Buchstaben, sondern mit Sicherheit auch wichtige Ereignisse/Entwicklungen ausgelassen. Aber das seht ihr mir nach, oder? War ja nur eine Fingerübung. Zum Wiederankommen in Köln/NRW/Deutschland/Europa.

2 Kommentare

  1. Hi, Alex,

    beneidenswertes Jahr mit USA und Australien. Gut gemacht.

    Ein Rechtsgutachten des Professor Dr. jur. Bernhard Kempen, Universität Köln, bestätigt die Zulässigkeit einer Europäischen Bürgerinitiative.

    Wird es eben selbst angegangen… Heute Aktionstag

    links dazu:
    http://stop-ttip.org/de/rechtsgutachten_ebi_stop_ttip/
    http://stop-ttip.org/wp-content/uploads/2014/09/EBI-Gutachten20140430.pdf

    Beste Grüße
    Johannes

    • Hi Johannes!

      Ja, der Tapetenwechsel war eine prima Sache. Mehr Bilder & Anekdoten folgen.

      Danke für den Link zum Rechtsgutachten, schaue ich mir dann mal in Ruhe an. Beim Aktionstag war ich natürlich – zufälligerweise sogar in Aachen. Die Stimmung war ok, allerdings haben sich nicht mehr als 250 Leute sehen lassen (Schätzung). Was andersrum ausgedrückt bedeutet: Selbst für ein Unding wie TTIP, das in alle Bereiche der europäischen Gesellschaft ausstrahlt, interessieren sich in dieser Stadt konkret nur 0,1% der Einwohner. Die Aktivisten für den March on Brussels müssen dann woanders herkommen. 😉

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