lxplm.

Waiting for the great leap forwards.

Soulsville, Australia

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Meine Tour durch die Plattenläden von Melbourne im vergangenen September war – verglichen mit der durch New York (Juli) und Berlin (Oktober) – kein Anlass für Luftsprünge und Musiknerdjubel. Zu klein war die Auswahl, zu schlecht der Zustand vieler Scheiben. Über die zu hohen Preise reden wir lieber gar nicht. Davon abgesehen hatten zwei in einschlägigen Foren empfohlene Vinyltempel gerade dichtgemacht.

Kurz bevor ich ins Hostel zurückkehren wollte (mit leeren Händen), stolperte ich aber glücklicherweise noch bei Northside Records rein. Das ist ein sympathischer kleiner Laden mit hauseigenem Label in Fitzroy, der u.a. auf Soul & 60s spezialisiert ist. Dort wurde ich dann – genau in diesem Genre – auch endlich fündig. Und natürlich rede ich jetzt nicht von 45 Jahre alten Northern-Soul-7″, die irgendwelche elitären Honks anderen elitären Honks für $500 das Stück anbieten. Ich spreche von aktuellen Platten aktueller Bands aus Australien (!), die mir die nette Plattenverkäuferin zum Probehören reichte, und die ich schließlich für umgerechnet 20 Euro das Stück (guter Kurs) mit in die Alte Welt schleppen durfte:

Saskwatch - Leave It All BehindSASKWATCH – Leave It All Behind (Northside Rec.)
2. Album dieser musikalisch tadellosen Soul-Pop-Truppe aus Melbourne, die einen perfekten Weg zwischen Retro-Sound und moderner Produktion gefunden haben und immer wieder an die Supremes zu ihren besten Zeiten erinnern. Wird man noch viel von hören, da bin ich mir sicher. Hier eine Video-Auskopplung vom Debutalbum „Nose Dive“, das ich sogar noch einen Ticken knackiger finde:

The Cactus Channel - Wooden BoyCACTUS CHANNEL – Wooden Boy (Hopestreet Rec.)
Noch mal Melbourne, noch mal Güteklasse A, aber mehr Underground. CC spielen (ausschließlich?) instrumentalen Soul mit ordentlicher Funk- und Jazz-Kante, der mich oft an den Soundtrack alter Agentenfilme erinnert. Hier ein groovig-verspielter 3-Minüter, garniert mit Blei- und Buntstiftanimationen.


Clayton Doley's Organ Donors - TensionCLAYTON DOLEY’S ORGAN DONORS – Tension (Sundazed Rec.) Dieses Album des australischen Ausnahmemusikers Clayton Doley und seiner Organ Donors (die Orgelklänge, nicht Organe spenden) ist bereits von 2010 und hat damals bei Kritikern schwer abgeräumt. Ich kann mich nur anschließen: Großartiger 60s-R&B und Soul-Jazz, selten klang eine Hammond-Orgel so geil, steht den Klassikern von Booker T. & The MGs in nichts nach. Hier der Titel-Track:

Falls ihr vom neuen Aussie-Soul ebenso angetan seid wie ich: Hier geht’s zu den Webshops der Bands/Labels -> Saskwatch | Cactus Channel | Clayton Doley. Nein, ich kriege (wie immer) keine Provision.

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