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Waiting for the great leap forwards.

Trotteltalk, Böhmermann, Varoufakis und das eigentliche Thema

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Jan Böhmermanns #varoufake-Coup war für mich einer der größten und schlausten Medienhacks der letzten Jahre. Und selbstverständlich hat auch das dem Fake-Fake-Clip vorangegangene Polit-Pop-Satire-Video “V for Varoufakis” einen Platz ganz oben auf dem Treppchen verdient. Beides kann man stundenlang analysieren, den lang erhofften Siegeszug moderner Satire feiern und natürlich über die (miese) Qualität der Diskussionskultur in durchschnittlichen Talksshows oder Boulevardzeitungen sprechen. Nicht zu vergessen: Das eher unsouveräne Verhalten von Yanis Varoufakis himself, dem ich doch mehr Eier zugetraut hätte.

F__k you

 

Am besten ist es aber vielleicht, auch diese Themen kurz auszuklammern, und noch mal mit Nachdruck auf des Pudels Kern hinzuweisen: die fatale Krise in Griechenland und das neoliberale Bündnis zu Ihrer Aufrechterhaltung. Dazu empfehle ich erneut (und hier im Blog weniger flüchtig) die Lektüre eines Beitrags von Antonella Muzzupappa und Sabine Nuss von der RLS, bei denen ich übrigens vor ein paar Jahren sehr spannende Wirtschaftsseminare besuchen durfte.

Voilà: Die Angst vor dem Schuldenschnitt

Fertig gelesen? Dann seid ihr hoffentlich wieder vollständig im Bilde, habt tolle Vokabeln wie Primärüberschuss in den aktiven Wortschaftz überführt und könnt populären, haltlosen Thesen à la “Die Griechen sind faul und frech”, “So schlecht geht’s dem Land gar nicht” und “Wir deutschen Steuerzahlen müssen bluten” ganz locker Paroli bieten.

Ein weiterer Punkt, den man statt harmloser, aus dem Kontext gerissener Mittelfinger debattieren könnte, ist die (für mich) noch immer offene Frage: Warum koaliert eine fortschrittliche, an sich sympathische Partie wie Syriza mit rückwärtsgewandten, nationalistischen Ekeln vie ANEL – und wie lange noch?

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