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Waiting for the great leap forwards.

Essentielles für Tischtennis-Fans

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Achtung, liebe Blog-Leser: Es folgt ein Post über eine Sportart, die in unseren Breiten nicht nur ein Nischendasein fristet, sondern von vielen gar nicht als Sportart ernst genommen wird. Was natürlich nicht ernst zu nehmen ist.

Ich selbst schwinge – nach fast 20jähriger Pause – seit Anfang 2012 wieder den rot-schwarz-bezogenen Minischläger, und zwar bei der BSG Stadt Köln. Zunächst durchaus diszipliniert und locker 2×3 Stunden pro Woche in kurzem Höschen an der Platte, musste ich meine Tischtennisaktivitäten in den letzten Monaten leider etwas zurückschrauben. Aus beruflichen, aber vor allem aus privaten Gründen (s. letzter Post). Für alle, denen es ähnlich geht (dank moderner Überwachungstechnik weiß ich, dass hier mindestens drei TT-Freaks ü30 mitlesen), habe ich eine gute Nachricht: Man kann sich dem Sport auch in kleinen Dosen auf der Couch nähern!

imgrund_1000_tttZum Beispiel durch Bernds Imgrunds vergnügliches, wenn auch etwas uncool betiteltes Buch 1000 verrückte Tischtennis-Tatsachen (Verlag Die Werkstatt). Der Kölner Journalist, Autor und Tischtennis-Enthusiast mit Oberligaerfahrung hat hier eine Menge Hintergründe, Statistiken und Skurrilitäten zusammengetragen, mit denen man sich als Fan durchaus mal befassen sollte. Darüber hinaus gibt’s Abbildungen toller Ping-Pong-Devotionalien und berühmte Zitate – wie diesen herzerwärmenden Motivationsspruch von Mao: „Stell dir vor, der Tischtennisball sei der Kopf deines kapitalistischen Feindes. Schlag ihn mit deinem sozialistischen Schläger, und du hast einen Punkt für dein Vaterland gemacht.“

Mein persönliches Glanzlicht des Buchs ist allerdings ein Gedicht von Anselm Neft: Der Dicke Mann aus Witterschlick. Ich zitiere die zehnte und elfte Strophe:

„Seine Rückhand, die genoppte
die mir jeden Aufschlag stoppte
und als wär’s nichts retournierte,
was mich zusehendes frustrierte,

bremste jeden Angriff ab
Bis sich viele Bälle knapp
an der Netzkante verfingen
und dann auf meine Seite gingen.“

Solche Rückschlaglyrik sucht ihresgleichen!

rockstar_ttDoch nun Schluss mit den literarischen Betrachtungen des Sports, die zwar Laune machen, die Skills in der Halle aber nur begrenzt verbessern. Im Gegensatz zu elektronischen Ping-Pong-Simulationen! Falls ihr eine Xbox360 oder eine Nintento Wii oder etwas Ähnliches rumstehen habt (Geeks dürfen auch Emulatoren nutzen), empfehle ich ganz ausdrücklich die Anschaffung von Rockstar Games presents: Table Tennis. Das Game hat zwar schon fast 9 Jahre auf dem Buckel – in Sachen Spielmechanik und -Design habe ich jedoch seither nichts Besseres gesehen. Holt euch den grafisch noch immer ansehnlichen Titel und zockt ihn, wann immer ihr Zeit habt. Ihr werde eine Menge lernen (vor allem über Taktik) und beim Battle mit Kollegen herrlich auf der Couch herumhopsen. Vorteil des älteren Spielejahrgangs ist übrigens der sehr günstige Preis: Meine Xbox-Version kostete bei Gamestop schlappe 3 Euro.

Gerne würde ich jetzt auch noch einen Tischtennisfilm und eine Tischtennis(schall)platte empfehlen, aber sowohl Ping Pong Summer (mit SPiN-Co-Eigentümerin Susan Sarandon in der Hauptrolle) als auch die Ping Pong EP der ansonsten soliden kanadischen Punkrock-Comobo SNFU sind ganz große Grütze. Und sonst fällt mir spontan nichts ein.

P.S.: Buchlektüre und XBox-Gedaddel haben bei mir gewirkt: Trotz mehrwöchiger Trainingsabstinenz habe ich bei der Kölner Stadtmeisterschaft am 17.10. völlig überraschend zwei (Holzklasse-)Medaillen geholt: 1. Platz im B-Doppel und 2. Platz im B-Einzel. Jubel!

Bilder: Verlag Die Werkstatt (1), Rockstar Games (2)

Ein Kommentar

  1. Hi Alex!
    Noch mal Glückwunsch zu deinen beiden Kölner Stadtmeisterschaftssiegen.
    Die Geschichte von Mao, sich den Tischtennisball als Kopf eines kapitalistischen Feindes vorzustellen, würde zumindest die seit Jahrzenten andauernde dominante Überlegenheit von China erklären.

    Übrigens: Das Buch „1000 verrückte Tischtennis-Tatsachen“ hättest Du ruhig früher empfehlen können, dann hätte es vielleicht jemand zum Geburtstag bekommen, aber so findet sich bestimmt trotzdem noch jemand anderes aus der BSG, dem man das andrehen kann. :-)
    Mit sportlichen Grüßen von Deinem ehemaligen MF Eric.

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