lxplm.

Waiting for the great leap forwards.

29. März 2016
von Alexander Plaum
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Irgendwas mit Medien und Landgütern

Hallo Welt!Wie geht dieser Spruch noch mal? Es kommt erstens alles anders, und zweitens als man denkt! Profitexter finden den eher blöd, ich finde ihn gerade ziemlich passend. Was Profitexter ebenfalls blöd finden: Zwei Botschaften in einem Communiqué. Aber mir fehlt gerade die Zeit, mehrfach zu bloggen. Echt jetzt. Und außerdem kann ich auf meiner privaten Seite ja machen, was ich will. Zur Sache:

1. Obwohl ich mich gerade erst eingerichtet habe, verlasse ich die Bürogemeinschaft in Ehrenfeld Anfang April schon wieder. Das hat nix mit den (großartigen) Kollegen zu tun, sondern mit meiner beruflichen Entwicklung.

Ende 2015/Anfang 2016 hatte ich mich zwecks besserer Vereinbarkeit von Job und Familie verstärkt auf feste Teilzeitstellen beworben. Trotz zunächst vielversprechender Rückmeldungen zerschlugen sich mit und mit alle Perspektiven – weswegen ich in die Freelance-Akquise-Offensive ging. Das klappte ganz gut. Noch besser klappte dann allerdings eine weitere, eher zufällig gedrehte Runde auf dem Bewerbungskarusell. In den letzten Wochen kam ein Smörgåsbord an Jobangeboten rein, von denen ich zwei besonders schmackhafte dann mal angenommen habe:

Ich freue mich sehr, ab April die Programmabteilung des Interactive Festival zu verstärken und außerdem als Englischdozent an die Macromedia-Akademie zu gehen.

Als freier Redakteur/Blogger/Texter/Berater bleibe ich euch weiterhin erhalten. Allerdings werde ich in den nächsten Monaten bzw. Jahren nur kleine (oder ganz langfristig geplante Aufträge) wuppen können. Wisster Bescheid.

2. Obwohl ich Anfang Januar noch fast eine Eigentumswohnung in Köln erworben hätte, ziehe ich im kommenden Sommer mit meiner Partnerin und meiner Tochter in die Pampa.

Das hat zunächst damit zu tun, dass der Kölner Wohungsmarkt hoffnunglos ruiniert ist, und man aus Prinzip keine überzogenen Preise für mittelmäßige Buden zahlen sollte. Noch wichtiger allerdings: Es hat sich die Chance eröffnet, Teil eines fantastischen Wohnprojekts zu werden! Und die Tinte ist auch schon trocken: Gemeinsam mit vielen anderen netten Menschen erwerben wir ein ehemaliges Landgut in Römlingshoven. Es hört auf den Namen Malteserhof, ist wunderschön, absolut finanzierbar und kann sogar mit einem ausführlichen Eintrag in der Wikipedia glänzen.

So richtig in der Pampa liegt das Ding übrigens nicht: Römlinghoven ist Teil von Oberdollendorf, was wiederum Teil von Königswinter ist, was wiederum direkt an Bonn grenzt. Bis zum dortigen Hauptbahnhof braucht man mit der Bahn, die vor der Haustür abfährt, weniger als 20 Minuten.

Es steht mir also kein Leben als Landei bevor. Zumal ich mindestens drei Tage die Woche in Kölner Büros und Unterrichtsräumen rumhängen werde.

So, und jetzt hole ich mir ein Glas Sekt. Berufliche wie private Tapetenwechsel sind begießungswürdig. Cheers!

15. März 2016
von Alexander Plaum
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Rechts, sechs, sieben, acht!

afd_laender_130316

Ergebnis des AfDerjuckens in den Bundesländern (Stand: 13.03.16)

Letzten Sonntag ist die Arschlochpartei in die Landtage von Mainz, Stuttgart und Magdeburg eingezogen. Sie verfügt nun also über Personal, Infrastruktur und jede Menge Kohle in 8 von 16 Bundesländern. Das ist schlimm.

Noch schlimmer ist  das schiere Ausmaß des Erfolges der ultraneoliberalen Rechtsaußenhetzer (treffendes Label, Details folgen): 12,6% holte die AfD in Rheinland-Pfalz, 15,1% in Baden-Württemberg und 24,2% – also fast ein Viertel der Stimmen – im kackbraunen Sachsen-Anhalt, wo die NPD übrigens zusätzlich noch 1,9% einsammeln konnte.

Am schlimmsten ist aber vielleicht die Erkenntnis, dass es gleichzeitig zu einer Abstrafung bzw. Nichtbeachtung der letzten mehr oder weniger fortschrittlichen Parteien gekommen ist.

CDU und SPD (die nun trotzdem schlecht dastehen, Ausnahme: Malus SPD) hatten bekanntlich immer wieder kräftig um Stimmen aus dem AfD-Lager geworben. Exemplarisch genannt seien hier Klöckners Plan A2, die weiteren Asylrechtsbeschneidungen und utilitaristischen Türkei-Deals der GroKo sowie Siggis angedachte Sozialpäckchen für Autochthone. Große Teil der Linken und Grünen hatten sich derweil doch um gewisse Distanz zum rechten Zeitgeist bemüht. Das hat ihnen das Wahlvolk nicht gedankt:

In Rheinland-Pfalz verfehlte die Linke mit kläglichen 2,8% (-0,2%) erneut den Einzug in den Landtag, in Baden-Württemberg sah es mit 2,9% (+0,1%) nicht wirklich besser aus. In Sachsen-Anhalt konnten die Genossen zwar ihre Fraktion halbwegs retten, 16,3% (-7,4%) reichen aber nur noch für Rang 3 hinter CDU und AfD. Die Grünen in Rheinland-Pfalz sackten auf 5,3% (-10,1%) ab, womit sie sich die Fortsetzung der bisherigen Koalition in die Haare schmieren können. In Sachsen-Anhalt ging der Stimmenanteil auf 5,2% (-1,9%) zurück, hier bleibt die Partei weiter ein kleines Licht.

Lediglich in Baden-Württemberg konnten die Grünen mit 30,3% (+6,1%) triumphieren – was mit einem CDU/CSU-Uboot wie Kretschmann an der Spitze allerdings ein zweifelhafter Erfolg ist. Die Wähler haben sich hier höchstens für eine Union mit Ökoanstrich entschieden. Und vielleicht fällt die neue Koalition ja auch dementsprechend aus.

Worauf ich hinauswill: Dem eklatanten Rechtsruck in drei größeren Bundesländern stand nirgendwo auch nur ein kleines Aufglimmen links-fortschrittlicher Hoffnung entgegen. Dazu ist noch anzumerken, dass die Linke ja ohnehin nicht besonders links, sondern eher sozialdemokratisch ist, und die Grünen mit mindestens einem Bein fest im liberalen Lager stehen (weswegen auch niemand wirklich das Comeback der FDP in Rheinland-Pfalz bzw. ihre Zugewinne in Baden-Württemberg braucht). Um das noch mal anders zu formulieren: Den braven Bürgern hätte bei mehr linken und grünen Kreuzchen nicht gerade der Müsli-Kommunismus gedroht.

Die AfD offeriert dagegen – spätestens seit dem Essener Parteitag – lupenrein rechte Politik: Gegen Flüchtlinge und Migranten, gegen Schwule und Behinderte, gegen alternative Familienmodelle und kostenlose Kitas, gegen Mindestlöhne und sozial gerechte Steuerregelungen – bzw. für Privatisierung, Gentrifizierung und völkisch-nationalistische Innen- wie Außenpolitik, angetrieben von Kohle, Öl und Atomkraft. Und mit diesen Positionen ist die Arschlochpartei ekelerregend erfolgreich. Oder besser gesagt: Trotz dieser Positionen, an denen sich unzählige „Protestwähler“ scheinbar kein Fitzelchen stören. Obwohl sie ihnen langfristig selbst gefährlich werden könnten.

Die nächsten Parlamente wird die asoziale Alternative wohl im September erobern. Aktuelle Umfragen gehen von 16% in Mecklenburg-Vorpommern (Wahltermin: 4.9.) bzw. 7% in Berlin (Wahltermin: 18.9.) aus. Ich hoffe inständig, dass sich nennenswerter, möglichst breiter Widerstand regt, bevor die ganze Republik im Eimer ist, nehme aber vorsorglich schon mal Kontakt zu meinen Kumpels in Kanada und Schweden auf.

1. März 2016
von Alexander Plaum
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Record collectors are pretentious assholes (Super-duper Discogs-Post)

discogs_db

An anderer Stelle hatte ich ja schon gebeichtet, dass ich unter mittelschwerer Polyvinylchloridsucht leide – also eine Menge Schallplatten rumstehen habe. Wie viele es genau sind, könnt ihr fortan auf dieser Seite nachschauen. Die folgenden Links führen direkt zu meiner persönlichen Discogs-Datenbank.

Die Listen sind alphabetisch nach dem Namen des Künstlers/Interpreten und innerhalb eines „Fachs“ alphabetisch nach Release-Titel sortiert. Viel Spaß beim Stöbern – und schickt mir gerne Links zu euren Sammlungen!

Doc Flunders Vinyl-Kollektion

-> alle Platten (und ein paar andere Tonträger) mit Mini-Cover von A-Z

Platten zu verkaufen

Die oben gelisteten Tonträger sind in der Regel *not for sale*, wobei ich auf dekadente Angebote manchmal eingehe. Aussortiere oder doppelte Scheiben landen im

-> Store

Zur Entstehung der Datenbank

Als Listenmensch, Web-Bewohner und Teilzeitnerd stand das Projekt Discogs schon seit Jahren auf meiner Liste. Für die Umsetzung hatte ich aber einfach keine Zeit. Das änderte sich letzten Sommer, als ich länger als geplant auf die Geburt meiner Tochter (bzw. die ersten Wehen meiner Freundin) warten musste. Die Bude konnte ich maximal ein Stündchen verlassen, zum Schlafen war ich viel zu nervös – also habe ich mich einfach ein paar Nächte vor den Rechner gehockt und jede Menge Daten in den Rechner gehackt bzw. geklickt. Später folgte dann noch ein wenig Fine-Tuning. Und jetzt gibt’s diesen praktischen Blog-Post. :-)

Discogs-App

Rein zufällig wurde gestern die erste Discogs-App veröffentlicht. Damit sollte die Pflege des digitalen Plattenarchivs noch besser funktionieren. Leider gibt’s momentan nur eine iOS-Version – Android-Nutzer können sich aber auf eine Invite-Liste setzen lassen (Link siehe oben). Mache ich jetzt gleich mal.

23. Februar 2016
von Alexander Plaum
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lxplm goes Ehrenfeld

In den Fressbuden der Umgebung kenne ich mittlerweile jeden Mittagsmampf, die Club-Mate am Kiosk kostet jetzt unverschämte 2,20 Euro, das Cluster(fuck)haus geht weiterhin den Bach runter, und ein großer Teil der netten Co-Worker hat sich längst verabschiedet.

Höchste Zeit also, das Friesenviertel zu verlassen – und nach Ehrenfeld umzuziehen. Dort findet ihr mich ab 1. März (mehr oder weniger regelmäßig) in der alten Malzmühle, wo ich mich der Bürogemeinschaft meiner geschätzten Kollegen/Kumpanen Thomas Kemp und Dusan Milenkovic anschließe.

So sieht das Gebäude von außen aus:

Alte Malzmühle Ehreneld

Und das ist meine vollständige neue Arbeitsadresse:

Alexander Plaum
Texte | Konzepte | Beratung
c/o Kemp & Milenkovic GbR
Hospeltstraße 32 (U: Leyendeckerstraße)
50825 Köln-Ehrenfeld

Ein paar Büroplätze sind übrigens noch zu haben. Wer Lust auf Co-Working im Kölner Nordwesten hat, findet detaillierte Infos im Büroblog von Thomas und Dusan.

9. Februar 2016
von Alexander Plaum
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Sehr besorgte Bürger und sehr kurze Geschichten

Kollege Eckhart Heck machte mich neulich auf einen Schreibwettbewerb von Astikos aufmerksam, bei dem die Autoren ein Drabble einreichen sollten (also eine pointierte Kurzgeschichte, die es exklusive Überschrift auf genau 100 Wörter bringt). Das Format kannte ich – selbst geschrieben hatte ich so was aber bisher noch nicht.
Es sollte sich herausstellen, dass mir die Textproduktion nicht schwer fiel. Flugs landete mein Beitrag bei der Jury – allerdings leider nicht (wie Eckis Geschichte) in der Endrunde.
Das hindert mich nun natürlich nicht daran, zur Finger- und Gehirnlockerung weiterhin Drabbles zu produzieren. Und eins davon stelle ich heute mal ins Blog:

Wir schaffen das nicht

„Liebe B., lieber R.“, steht da in Sonntagsschrift. „Wir haben ein riesiges Problem. Ich bin äußerst besorgt.“ Es folgen Ausführungen über Asylanten, die „unsere Kultur zerstören“ und „immense Kosten produzieren“. Zitate von „Regierungskritikern“ sowie „nicht zu widerlegende Statistiken“. Fein säuberlich ausgedruckte Blog-Artikel. Ich habe den Brief per Zufall offen auf dem Tisch liegen sehen. Bei den Eltern von D. Ich denke über den Absender nach. Tatsächlich kenne ich ihn. Ein bescheidenes Haus in mittlerer Lage. Vier, maximal fünf Restaurantbesuche pro Woche. Mehr kann er sich nicht leisten mit seiner Doppelrente. Wieso versteht ihn keiner? Die Grenzen der Belastung sind erreicht.