lxplm.

Waiting for the great leap forwards.

1. März 2016
von Alexander Plaum
Keine Kommentare

Record collectors are pretentious assholes (Super-duper Discogs-Post)

discogs_db

An anderer Stelle hatte ich ja schon gebeichtet, dass ich unter mittelschwerer Polyvinylchloridsucht leide – also eine Menge Schallplatten rumstehen habe. Wie viele es genau sind, könnt ihr fortan auf dieser Seite nachschauen. Die folgenden Links führen direkt zu meiner persönlichen Discogs-Datenbank.

Die Listen sind alphabetisch nach dem Namen des Künstlers/Interpreten und innerhalb eines „Fachs“ alphabetisch nach Release-Titel sortiert. Viel Spaß beim Stöbern – und schickt mir gerne Links zu euren Sammlungen!

Doc Flunders Vinyl-Kollektion

-> alle Platten (und ein paar andere Tonträger) mit Mini-Cover von A-Z

Platten zu verkaufen

Die oben gelisteten Tonträger sind in der Regel *not for sale*, wobei ich auf dekadente Angebote manchmal eingehe. Aussortiere oder doppelte Scheiben landen im

-> Store

Zur Entstehung der Datenbank

Als Listenmensch, Web-Bewohner und Teilzeitnerd stand das Projekt Discogs schon seit Jahren auf meiner Liste. Für die Umsetzung hatte ich aber einfach keine Zeit. Das änderte sich letzten Sommer, als ich länger als geplant auf die Geburt meiner Tochter (bzw. die ersten Wehen meiner Freundin) warten musste. Die Bude konnte ich maximal ein Stündchen verlassen, zum Schlafen war ich viel zu nervös – also habe ich mich einfach ein paar Nächte vor den Rechner gehockt und jede Menge Daten in den Rechner gehackt bzw. geklickt. Später folgte dann noch ein wenig Fine-Tuning. Und jetzt gibt’s diesen praktischen Blog-Post. :-)

Discogs-App

Rein zufällig wurde gestern die erste Discogs-App veröffentlicht. Damit sollte die Pflege des digitalen Plattenarchivs noch besser funktionieren. Leider gibt’s momentan nur eine iOS-Version – Android-Nutzer können sich aber auf eine Invite-Liste setzen lassen (Link siehe oben). Mache ich jetzt gleich mal.

23. Februar 2016
von Alexander Plaum
Keine Kommentare

lxplm goes Ehrenfeld

In den Fressbuden der Umgebung kenne ich mittlerweile jeden Mittagsmampf, die Club-Mate am Kiosk kostet jetzt unverschämte 2,20 Euro, das Cluster(fuck)haus geht weiterhin den Bach runter, und ein großer Teil der netten Co-Worker hat sich längst verabschiedet.

Höchste Zeit also, das Friesenviertel zu verlassen – und nach Ehrenfeld umzuziehen. Dort findet ihr mich ab 1. März (mehr oder weniger regelmäßig) in der alten Malzmühle, wo ich mich der Bürogemeinschaft meiner geschätzten Kollegen/Kumpanen Thomas Kemp und Dusan Milenkovic anschließe.

So sieht das Gebäude von außen aus:

Alte Malzmühle Ehreneld

Und das ist meine vollständige neue Arbeitsadresse:

Alexander Plaum
Texte | Konzepte | Beratung
c/o Kemp & Milenkovic GbR
Hospeltstraße 32 (U: Leyendeckerstraße)
50825 Köln-Ehrenfeld

Ein paar Büroplätze sind übrigens noch zu haben. Wer Lust auf Co-Working im Kölner Nordwesten hat, findet detaillierte Infos im Büroblog von Thomas und Dusan.

9. Februar 2016
von Alexander Plaum
6 Kommentare

Sehr besorgte Bürger und sehr kurze Geschichten

Kollege Eckhart Heck machte mich neulich auf einen Schreibwettbewerb von Astikos aufmerksam, bei dem die Autoren ein Drabble einreichen sollten (also eine pointierte Kurzgeschichte, die es exklusive Überschrift auf genau 100 Wörter bringt). Das Format kannte ich – selbst geschrieben hatte ich so was aber bisher noch nicht.
Es sollte sich herausstellen, dass mir die Textproduktion nicht schwer fiel. Flugs landete mein Beitrag bei der Jury – allerdings leider nicht (wie Eckis Geschichte) in der Endrunde.
Das hindert mich nun natürlich nicht daran, zur Finger- und Gehirnlockerung weiterhin Drabbles zu produzieren. Und eins davon stelle ich heute mal ins Blog:

Wir schaffen das nicht

„Liebe B., lieber R.“, steht da in Sonntagsschrift. „Wir haben ein riesiges Problem. Ich bin äußerst besorgt.“ Es folgen Ausführungen über Asylanten, die „unsere Kultur zerstören“ und „immense Kosten produzieren“. Zitate von „Regierungskritikern“ sowie „nicht zu widerlegende Statistiken“. Fein säuberlich ausgedruckte Blog-Artikel. Ich habe den Brief per Zufall offen auf dem Tisch liegen sehen. Bei den Eltern von D. Ich denke über den Absender nach. Tatsächlich kenne ich ihn. Ein bescheidenes Haus in mittlerer Lage. Vier, maximal fünf Restaurantbesuche pro Woche. Mehr kann er sich nicht leisten mit seiner Doppelrente. Wieso versteht ihn keiner? Die Grenzen der Belastung sind erreicht.

3. Februar 2016
von Alexander Plaum
Keine Kommentare

Take cover (2)

Wenn man eine Blog-Reihe startet, dann muss man sie auch fortsetzen. In diesem Fall hat das leider acht Monate gedauert. Hier sind nun aber: fünf weitere hörenswerte Tracks aus meiner Cover-Song-Kollektion. Yeah!

Paja Rocky: Beds Are Burning

Neuinterpretationen fürs Piano finde ich ja immer besonders gut, weil ich sie direkt ausprobieren kann. Paja Rockys Version des Down-Under-Klassikers „Beds Are Burning“ (Midnight Oil) verdichtet das Original aufs Wesentliche, ist clever arrangiert und kommt mit einer Spielzeit von weniger als zwei Minuten hin. Ein schöner Track, der freilich auf den ziemlich eindringlichen Polit-Text verzichten muss, in dem Peter Garrett & Co. Ende der 1980er die Vertreibung der Pintupi thematisierten.

The Blue Stingrays: Goldfinger

Wir bleiben fürs Erste im Instrumental-Bereich: Selten klang ein James-Bond-Hit so gut wie bei den Blue Stingrays, die John Barry in die Brandung des Pazifiks geschickt haben. „Goldfinger“ im Surf-Stil – das kann ich mir jeden Tag anhören. Hinter den blauen Stachelrochen verstecken sich übrigens die Heartbreakers, also die Backing-Band von Tom Petty.

Discount: Waiting For The Great Leap Forwards

Ein bisschen konventionell, aber sehr energiegeladen und mitreißend ist diese Verneigung der Florida-Punks von Discount vor ihrem englischen Seelenverwandten Billy Bragg. Die Band fand den Mann damals (Ende der 90er) so gut, dass sie gleich eine ganze EP bzw. Split-LP mit BB-Cover-Songs aufnahm. „Waiting For The Great Leap Forwards“ gefällt mir am besten. Und natürlich ist der (Original-)Song auch Namensgeber dieses Blogs. Ach so: Am Mikro stand hier die junge Alison Mossheart, die später noch mit The Kills und The Dead Weather (feat. Jack White) Karriere machen sollte.

Snuff: On The Outside

Nach dem tragischen Tod von Tony Sly im Sommer 2012 nahmen eine ganze Reihe von Bands und Interpreten No Use For A Name-Songs für eine Tribute-Compilation auf. Das Ergebnis war durchwachsen. Ganz groß ist aber auf jeden Fall die „On The Outside“-Version von Snuff. Die englischen Soul-Punks haben das Original (gut geschrieben, aber leicht verkitscht und im langweiligen Melodycore-Stil aufgenommen) nämlich kurzerhand in eine Latin-Version (tanzbar, verspielt, gänzlich unpeinlich) verwandelt. My heart is stuck with you.

The Chromatics: Into The Black

Grundsätzlich bin ich kein großer Fan der Synthie-Pop-Truppe aus Portland. Die Songs und Alben, die ich kenne, mäandern und wabern mir en gros viel zu uninspiriert durch die Gegend. Der Opener des 2012-Werks „Kill For Love“ hat mich dann aber doch gepackt. „Into The Black“ ist eine wunderbar entrückte Neil-Young-Adaption („Hey Hey, My My“), die ganz geschmeidig ins Ohr läuft. Mit Rock ‚N‘ Roll hat das natürlich nichts zu tun.

Und damit sind wir auch schon wieder durch. Teil 3 folgt. Hoffentlich nicht erst in acht Monaten. :-)

Zu Teil 1 geht’s hier.

25. Januar 2016
von Alexander Plaum
Keine Kommentare

#Jetzterstrecht – sagen die Kölner Willkommensinitiativen nach #KoelnHbf

Zu den Ereignissen am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht (#KoelnHbf) habt ihr sicher schon eine Menge gelesen. Die gemeinsame Erklärung der Kölner Willkommensinitiativen – das sind alle Gruppen, die sich in meiner Wahlheimat für Flüchtlinge und deren Integration einsetzen – kennt ihr aber vermutlich noch nicht.

Das soll sich hiermit ändern. Der Text ist nämlich kurz und gut. Außerdem habe ich ihn als Vertreter von forum io (und Willkommen in der Moselstraße) mitunterzeichnet:

#jetzterstrecht

Wir sind fassungslos und erschrocken über die sexuellen Attacken auf Frauen und die Raubüberfälle in der Silvesternacht.

Wir sind wütend, wie diese Ereignisse (und damit auch die Opfer) benutzt werden, um rassistische Haltungen und Übergriffe salonfähig zu machen.

Wie es zu diesen schrecklichen Ereignissen kam, ist noch nicht geklärt. Ob sie zu vermeiden gewesen wären, werden wir wahrscheinlich nie erfahren. Als Gesellschaft sollten wir aus ihnen lernen.

In unserer Arbeit mit geflüchteten Menschen haben wir gelernt, Unterschiede wahrzunehmen. Unterschiede, die beleben und bereichern, aber manchmal auch Unterschiede, die verstören.

Die Welt ist nicht schwarz-weiß. Diejenigen, die neu zu uns kommen sind Menschen wie wir.

Menschen, die aus größter Not zu uns kommen benötigen unseren Schutz. Sicher gibt es auch Menschen, die sich die Not und unsere Hilfsbereitschaft zu Nutze machen wollen, zum Schaden anderer. In unserem Engagement darf uns das nicht behindern.

Wir glauben, dass Ängste nur durch vielfältige Möglichkeiten der Begegnung abgebaut werden können. Dies ist in Massenunterkünften mit mangelnder hauptamtlicher Betreuung nicht möglich.

Wir fühlen, dass es in Sachen Zuwanderung keine schnellen Antworten gibt. Kenntnis führt aber zu mehr Verständnis, auf beiden Seiten.

Die Entwicklungen der letzen zwei Wochen bestätigen uns in der Gewissheit, dass Integration der richtige Weg ist.

Wir fordern:

  • menschenwürdige Unterbringungen für Geflüchtete. Massenunterkünfte schüren Aggression, Frustration und kriminelle Strukturen.
  • Begegnungsstätten, die ein Miteinander fördern.
  • ein Sozial- und Bildungsprogramm, mit gleichen Chancen für alle. Durch Zukunftsperspektiven – nicht nur für Geflüchtete – schützen wir uns vor Hass und Gewalt. Dadurch schaffen wir langfristig Sicherheit, nicht durch Gegengewalt und Abschottung.

Wir glauben weiter an ein friedvolles Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft auf der Basis gemeinsamer Werte in einem weltoffenen Köln und sagen:

Jetzt erst recht!

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Den Originaltext findet ihr auf der Seite von Willkommen in Nippes. Dort gibt es auch eine Liste aller Unterzeichner, die ständig aktualisiert wird.

Es würde mich freuen, wenn ihr den Aufruf verbreitet (#jetzterstrecht).

Ebenfalls lesenswert, kompakt und gut: die 20 Thesen für einen sachlichen Umgang mit den Vorfällen von Köln von Ivo Bozic. Da sage noch mal einer, die Jungle World könne nur antideutsche Polemik aus dem Kreuzberger Elfenbeinturm. :-)